Cretzschwitz und Söllmnitz 1121 erstmals urkundlich erwähnt

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Cretzschwitz und Söllmnitz 1121 erstmals urkundlich erwähnt

Beitragvon Fettgusche.net » 12. Jul 2014 12:16

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Kleinod für Mensch und Natur
Cretzschwitz und Söllmnitz wurden 1121 erstmals urkundlich erwähnt

Nach der Eingemeindung der ehemals selbstständigen Gemeinden Cretzschwitz und Söllmnitz in die Stadt Gera, entschied man in einer Bürgerversammlung am 22. April 1994, eine gemeinsame Ortschaftsverfassung einzuführen und mit über 700 Einwohnern den Ortsteil Cretzschwitz/Söllmnitz zu bilden. Ebenfalls dazu gehören Wernsdorf und Lauenhain, da beide bereits seit Jahrzehnten zu Söllmnitz gehören.

Im Jahr 1121 wurden beide Orte im Geraer Umland zum ersten Mal erwähnt. Erste urkundliche Erwähnungen von Lauenhain und Wernsdorf gab es im 14. Jahrhundert. Die Gegend galt damals als Bauernland, bevor 1888 die Reussengrube in Cretzschwitz gegründet wurde, die den meisten heute noch als Ziegeleibetrieb „Reussengrube“ bekannt sein dürfte. Einige Jahre später begann in Söllmnitz der Tonabbau für das Werk im Nachbarort. Durch die Arbeit siedelten sich immer mehr Menschen an und die Wandlung des reinen Bauerndorfs begann. Am 6. Juli 1900 erfolgte die Gründung der Gera-Meuselwitz-Wuitzer Eisenbahn AG, an dessen Strecke beide Orte angebunden waren. Durch ein verheerendes Hochwasser am 3. Mai 1969, von dem der gesamte nördliche Raum Geras betroffen war, wurde ein Großteil der Gleisanlagen verwüstet. Eine Neuindienststellung kam aus wirtschaftlicher Sicht nicht in Frage, da die Stilllegung für 1970 sowieso geplant war. Nach der Wende entwickelte sich der heutige Ortsteil durch zahlreiche Neu- und Umbauten schnell zu einem attraktiven Ortsteil von Gera. So wurde die ehemalige Deponie auf Initiative der Unteren Naturschutzbehörde der Stadt Gera in einen Naturschutzgarten umgestaltet. Es entstand ein Kleinod für Mensch und Natur und stellt ein Beispiel für erlebbaren Naturschutz dar. Zudem nutzte man die Dorferneuerung, das Programm zur Verbesserung der ländlichen Infrastruktur, um einen Teil der Straßen und die Wasser- und Abwasserentsorgung zu sanieren. Zahlreiche neue Ein- und Mehrfamilienhäuser entstanden.

Im Mai 2003 gründete sich der Heimatverein „Heimatfreunde Cretzschwitz e.V.“. Anliegen des Vereins ist die Förderung dörflicher Traditionen, die Durchführung allgemeinnütziger Veranstaltungen, die Erstellung der Ortschronik, die Gestaltung des Ortsbildes sowie die Instandsetzung und die Pflege der Denkmäler für die Gefallenen der Kriege. Im Jahr 2011 bekam die Feuerwehr ein neues Gerätehaus. Die oberen Räume des ehemaligen Kulturhauses „Zum alten Bahnhof“ wurden saniert und bieten jetzt Platz für die Sozialräume der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr und den Ortschronisten. Auch der Ortsteilrat bekam ein neues Büro. Dies wurde nur durch den großen Einsatz der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Söllmnitz/Wernsdorf möglich, weil diese einen Großteil der Arbeiten in Eigenleistung erledigten und damit den Umbau überhaupt ermöglichten. Außerdem ist man froh darüber, für den unteren Teil des Hauses wieder einen Gaststättenbetreiber gefunden zu haben, der jetzt bereits seit zwei Jahren ansässig ist.

Für den Erhalt der Söllmnitzer Kirche hat sich eine Interessengemeinschaft Söllmnitzer Kirche e.V. gebildet, die mit einen Fördermittelbescheid des Landes mit der Instandsetzung der Kirche beginnen kann. Am 12. Juni 2014 wurde mit der Bergung der Turmhaube der Söllmnitzer Kirche ein entscheidender Schritt zur Sanierung des Kirchendaches getan. Auch wenn dies geschafft ist, gibt es auch im Ortsteil Cretzschwitz/Söllmnitz noch immer einiges zu tun. Der Ortsteilrat und die Anwohner sind sich sicher, dies auch in den kommenden Jahren weiterhin bestens zu meistern, sich dabei im Interesse des Ortsteils in die Entwicklung der Stadt Gera einzubringen und auch kritisch zu begleiten. Text: Lars Werner

BU: Erst vor kurzem begann die Sanierung der Söllmnitzer Kirche (Foto unten rechts). Das dies möglich wurde, ist den Einwohnern des Ortsteils zu verdanken, die nicht nur Häuser saniert und neu gebaut haben (Foto oben), sondern eben auch mithelfen wenn bei öffentlichen Gebäuden Unterstützung benötigt wird. Zudem wurde das Dorferneuerungsprogramm genutzt, um die ländliche Infrastruktur zu verbessern. Der Ortsteil liegt idyllisch zwischen Wäldern, Wiesen, Feldern und lädt zum Verweilen und Wandern ein (Foto unten links). (Fotos/Collage: Lars Werner)

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