Der Ortsteil Hain: Einmaliger Blick über Gera

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Der Ortsteil Hain: Einmaliger Blick über Gera

Beitragvon Silli » 9. Aug 2014 17:53

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Einmaliger Blick über Gera
Idylle und Ruhe sorgen im Ortsteil Hain für Neuansiedlungen

Der Ortsteil Hain mit Wachholderbaum gehört zu den kleineren Ortschaften in der Stadt Gera und liegt in etwa 300 Metern Höhe auf der nördlichen Talkante des unteren Brahmetals. Wegen seiner schönen und ruhigen Lage ist die Gegend rund um Hain ein beliebtes Wanderziel, das durch den Ausbau der Wanderwege sehr gut mit den umliegenden Ortschaften verbunden ist. Außerdem bietet der Ort einen einmaligen Blick über die Stadt Gera, der bei guter Sicht bis hin nach Weida und Hohenleuben reicht. Hinzu kommen die idyllisch gelegenen und zahlreich vorhandenen Teiche in Hain, die fast das ganze Jahr über mit zahlreichen Wildenten bevölkert sind.

Den meisten Bürgern bekannt ist der Ortsteil jedoch durch die Pionierkaserne, die bereits als Truppenübungsplatz im Deutschen Reich genutzt wurde und abseits der Wohnbebauung auf dem Hunger- oder auch Galgenberg errichtet wurde. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Hain im Jahre 1191 als ein Volradus de Haen als Mitzeuge genannt wird. Als Teil der Pflege Langenberg gelangt Hain nach deren Auflösung zusammen mit anderen Orten letztlich in wettinischen Besitz und verblieb dort zuletzt als Gebietsteil des Herzogtums Sachen-Altenburg bis zur Bildung des Landes Thüringen im Jahre 1920. Den wirtschaftlichen Mittelpunkt bildete bis 1935 ein Rittergut, das im Besitz der Familie von Schauroth war und 1807 von der Familie von Brandenstein übernommen wurde. Während sich der Adel einen bescheidenen Luxus leisten konnte, waren die Lebensbedingungen der übrigen Bewohner im Dorf sehr hart. Der Lebensunterhalt wurde durch die Arbeit auf dem Gutshof und aus mageren Ergebnissen der eigenen Landwirtschaft gesichert. Die eigenen Äcker waren klein und die Böden schlecht. Mit der aufkommenden Industrialisierung ergaben sich neue Erwerbsmöglichkeiten, wohlhabend wurde dennoch niemand. Abseits des Rittergutes gab es kleine Landwirtschaften, die zur Bodenreform 1946 als LPG zusammengefasst wurden. Die Ansiedlung Wachholderbaum entwickelte sich ab zirka 1700 um den Ausspann und die Zollstelle Altenburgischer Hof an der Handelsstraße zwischen Gera und Leipzig. 1718 wird sie erstmals als Gemeinde gelistet. Die Ansiedlung bildete bis 1918 gemeinsam mit Hain, Röpsen, Dorna und Teilen von Roschütz eine zum Herzogtum Sachsen-Altenburg gehörende wettinische Enklave im Fürstentum Reuß jüngere Linie. Am 1.Juli 1950 wurde die ehemals selbständige Gemeinde Wachholderbaum nach Hain eingemeindet.

In den Jahren von 1945 bis 1990 entstanden im Ortsteil eine zentrale Wasserversorgung, ein Konsum und eine Schwesternstation. Um eine rechtsfähige Organisation zu haben, wurde im Gebäude des alten Konsums im April 1993 der Feuerwehrverein Hain/Wachholderbaum gegründet. Das Gebäude wurde dem Verein als Vereinshaus von der Stadt übertragen, das die Mitglieder in vielen freiwilligen Arbeitsstunden um- und ausbauten. Heute zählt der Verein etwa 40 Mitglieder und bildet den aktiven Kern im Ort, wo alle gesellschaftlichen Veranstaltungen wie Fasching, Maibaumsetzen, Herbst- und Kinderfest sowie die Weihnachtsfeiern des Ortes stattfinden. Durch seine Lage und den einmaligen Blick hat es der Ortsteil geschafft, dass sich in neu erschlossenen Siedlungen viele Familien niedergelassen haben und somit wieder mehr Leben in Hain und Wachholderbaum einzog. Die neu gewählte Ortsteilbürgermeisterin und der Ortsteilrat sind deshalb bemüht, die Weichen für die Zukunft zu stellen und den Ortsteil für Neuansiedlungen und Anwohner auch weiterhin attraktiv zu gestalten.

BU:
Der Feuerwehrverein des Ortsteiles bildet mit seinen zahlreichen Veranstaltungen, wie dem Maibaumsetzen vor dem Vereinshaus, den aktiven Kern in Hain (Foto links). Im Zentrum des Ortsteiles findet man neben zahlreichen Gutshäusern und Höfen (Fotos rechts und Mitte) auch einen großen Teich (Foto Mitte), der zum Verweilen einlädt, aber auch für die Fischzucht genutzt wird. Durch die Idylle mit Teich und Wäldern und durch die Lage mit einmaligem Blick über das Tal hat man es hier auch geschafft, dass sich in kleineren Siedlungen wieder zahlreiche Familien ansiedeln (Foto unten). Fotos/Collage: Dorothe Weil, gemaltes Bild von Anton Hahn und Sohn, Lars Werner

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