Treu, friedlich, gemütlich - Weißig

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Treu, friedlich, gemütlich - Weißig

Beitragvon Silli » 9. Aug 2014 17:57

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Treu, friedlich, gemütlich
Weißigs Bürgern wurden bei Ersterwähnung diese Eigenschaften nachgesagt

Die Orte Weißig und Gorlitzsch gehörten einst zum Fürstentum Reuß jüngerer Linie und wurden 1533 erstmals urkundlich erwähnt. Der Ort Weißig entstand an einer alten Handelsstraße, mit der Straßenführung, die in etwa dem heutigen Verlauf der B2 entspricht. Sehenswürdigkeit ist die Dorfkirche, deren Geschichte mit einer Straßenkapelle an der alten Handelsstraße von Leipzig nach Nürnberg beginnt. 1732 entstand die Kirche, die in ihrer Geschichte schon eine Menge erlebt hat. Schon fast dem Verfall preisgegeben, wurde sie von fleißigen Händen immer wieder instandgesetzt. So auch 2001, als mit großer finanzieller Hilfe der evangelischen Kirche Italiens umfangreiche Bau- und Renovierungsarbeiten durchgeführt werden konnten. Auch die Orgel wurde 2010 dank der vielen Spender restauriert. Sie ist ein altes, einmaliges Instrument aus der Schaffenszeit von Christian Ernst Friederici (1709-1780), einem Geraer Orgelbauer, dessen Lehrmeister Gottfried Silbermann war. Die barocke Orgel, 1740 für die Schlosskapelle in Lichtenstein/Sachsen gebaut, wurde von der Kirchgemeinde Weißig 1801 erworben. Ein weiteres markantes Gebäude von Weißig ist die ehemalige Reussische Erbschänke. Im noch bestehenden Haupthaus befand sich eine von sieben Erbschenken an den Grenzen des Fürstentums Reuß.

Der Ort Gorlitzsch war bei seiner Ersterwähnung ein Vorwerk vom Gut Pforten. Hier gab es damals auf dem nahe gelegenem Heidelberg einen Platz mit Galgen, der wohl noch bekannter war als das Gut. Er diente der Sicherung des Wegerechts und Straßenräuber wurden hier weithin sichtbar aufgehängt. Die Ortschaft ist seit jeher durch die Landwirtschaft geprägt und schwankt bei der Einwohnerzahl schon immer zwischen 30 und 40 Bürgern. Der Ort Schafpreskeln war einst Standort für das Jagdschlösschen des Kurfürsten Sachsen-Weimar-Eisenach und später für viele Jahre Rittergutsvorwerk und Amtsschäferei. Bis 1918 gehörte Schafpreskeln zum Großherzogtum Sachsen-Weimar-Eisenach. Im Tal zwischen den Orten Gorlitzsch und Schafpreskeln verlief die Grenze zum Land Reuß der jüngeren Linie. Lange Zeit wohnten hier nur zwei sogenannte Häusler-Familien. 1880 lebten hier zirka 80 Einwohner. Das hat sich über die Jahre hinweg nicht geändert. Im Jahre 1923 wurde Schafpreskeln mit Gorlitzsch zusammengelegt und 1950 erfolgte die Eingemeindung nach Weißig.

44 Jahre später ging die Geschichte der eigenständigen Gemeinde Weißig zu Ende. Im Rahmen der Gebietsstrukturreform 1994 wurde die Gemeinde vor die Wahl gestellt, nach Gera oder Münchenbernsdorf (Landkreis Greiz) zu gehen. Entschieden hat sich die Mehrheit der Einwohner für Gera. Der 1. Juli 1994 war sowohl das Ende einer Ära, als auch der Anfang eines neuen Zeitabschnittes für einen Ortsteil, der auch heute noch in seiner Ausdehnung von der Bundesstraße 2 bis nach Gera Lusan und zur Landkreisgrenze Greiz reicht. Zwar erfüllten sich bis jetzt nicht alle Wünsche der Einwohner, aber im Rückblick auf 20 Jahre Ortsteil gibt es Fortschritte und Erfolge zu verzeichnen. In dieser Zeit haben die Ortsteilbürgermeister Wolfgang Nowatzek und Ulrich Kindermann mit ihren Ortschaftsräten die Geschicke des Ortsteils ehrenamtlich geleitet. Beide sind in ihrer Amtszeit verstorben, doch durch ihr Engagement werden sie den Anwohnern in guter Erinnerung bleiben.

In Weißig wurden die Bewohner des Ortes bei der Ersterwähnung als treu, friedlich und gemütlich bezeichnet und das sind sie bis heute geblieben. Ein 1992 gegründeter Feuerwehrverein ist Träger des gesellschaftlichen Lebens im Ort, zu dessen Errungenschaften ein Vereinshaus gehört. Das Haus ist Mittelpunkt des Ortsteils wird für viele gemeinsame und auch private Veranstaltungen genutzt. Die Instandhaltung des Vereinshauses, die Neugestaltung des Dorfplatzes und des Teiches, die Fortführung von Traditionen, wie Maibaumsetzen und Osterfeuer sind wiederkehrende Ergebnisse der Weißiger in den vergangenen Jahren. Dass sich die Einwohner in ihrem Ortsteil wohlfühlen, zeigt auch der Nachwuchs. Bei aller Abgeschiedenheit vom Stadtleben sind neue Eigenheime entstanden. Alle drei Ortschaften sind heute wie damals schöne Ausflugsziele und laden zum Wandern und Erleben der Natur ein. Der Ortsteil Weißig mit den Orten Gorlitzsch und Schafpreskeln hat 195 Einwohner (Stand: 31.12.2013).

BU: Die Einwohner fühlen sich im Ortsteil Weißig wohl. Alle packen mit an, wenn alljährlich der Maibaum gesetzt wird. Die Landschaft in und um Weißig lädt zudem zu Spaziergängen und Wanderungen ein. Fotos: Lars Werner / Erika Wellmann

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