Vielseitiges Ausstellungsprogramm in den Geraer Museen 2016

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Vielseitiges Ausstellungsprogramm in den Geraer Museen 2016

Beitragvon Fettgusche.net » 31. Dez 2015 10:54

Vielseitiges Ausstellungsprogramm in den Geraer Museen im Jahr 2016
„LUX AETERNA“ - „Comic in der DDR“ - „Arbeit! Ostdeutsche Arbeitswelt im Wandel – 1945 – 2015“ - „Otto Dix: Zeichenkunst mit Silberstift“ - „Glück Auf – Mineralogische Kostbarkeiten der Uranerzlagerstätte Ronneburg“

Rund 45.000 Besucher kamen im Jahr 2015 in die Geraer Museen und besichtigten die Sonderausstellungen und ständigen Ausstellungen oder nahmen an Führungen und Veranstaltungen teil. Auch für das Jahr 2016 gibt es schon zahlreiche Pläne und Vorhaben.

Im Geraer Stadtmuseum wird vom 18. Februar bis 29. Mai die Fotoausstellung „Neu entdeckt. Der Nachlass des Fotografen Walter Musche“ (Fotografien zwischen 1930 und 1960) gezeigt. Der umfangreiche Bildnachlass Musches wird vom Geraer Stadtarchiv bewahrt. Die Ausstellung ist ein gemeinsames Projekt von Museum und Stadtarchiv. Vom 9. März bis 29. Mai: ist die Ausstellung „Freimaurerei im Land der Reußen“ zu sehen, die in Zusammenarbeit mit der Geraer Loge „Heinrich zur Treue“ konzipiert wurde. Ab Juli gibt es einen besonderer Höhepunkt, die Sonderausstellung „Comic in der DDR“. Die Ausstellung wird sich in ihrem Schwerpunkt dem „Mosaik, der Comic-Zeitschrift der DDR, widmen. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit wird aber auch die bemerkenswerte Vielfalt der unter den Verhältnissen in der DDR erschienenen Comicliteratur stehen. Wichtiges Anliegen ist es auch, auf die versteckte Propaganda in den Bildergeschichten, z.B. in den Zeitschriften „Atze“ und Frösi“, hinzuweisen. Ganzjährig stehen die Dauer – bzw. Themenausstellungen des Stadtmuseums „Die Geschichte Geras“ und „Romantisches Gera. Bürgerliches Leben im 19. Jahrhundert in den Werken der Malerfamilie Fischer“ für die Besuchern offen.

Noch bis zum 7. Februar besteht für Interessierte im Museum für Naturkunde Gera die Möglichkeit eines Besuches der Sonderausstellung „Biologische Invasionen“, deren Thema von weltweiter Brisanz ist. Verschleppte Tiere und Pflanzen etablieren sich in fremden Regionen und verdrängen dort heimische Arten, führen zu wirtschaftlichen Schäden und Krankheiten. Die Folgen sind weltweit zu erleben. In der Ausstellung werden invasive Arten mit ihren Auswirkungen auf die Ökosysteme vorgestellt und Möglichkeiten eines Managements aufgezeigt. Die Sonderausstellung „Glück Auf – Mineralogische Kostbarkeiten der Uranerzlagerstätte Ronneburg“ plant das Museum für Naturkunde ab April 2016 mit der Vorstellung einer noch nie da gewesenen Fülle an prächtigen Mineral-Klassikern. Das Bergbaugebiet im Raum Ronneburg lieferte über 245 verschiedene Mineralarten, von denen einige wegen ihrer Größe und Ausbildung weltbekannt wurden und in vielen Sammlungen vertreten sind. Erst nach der deutschen Wiedervereinigung wurde der bis heute weltweit einmalige Ronneburgit entdeckt.

Ab Ende April präsentiert die Kabinettausstellung „Bäume in Gera“ den neuen dendrologischen Wanderführer durch Gera, der in Zusammenarbeit mit den Gehölzfreunden in der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e.V. entstanden ist. Österlichen Traditionen wird sich auch 2016 eine Ausstellung außergewöhnlicher Ei-Kreationen widmen, die durch die „Ostereier-Markttage“ am 5. und 6. März umrahmt wird. Ausstellungsdauer: 5. März bis 3. April 2016. Ganzjährig präsentiert das Haus seine Dauerausstellungen „Ostthüringen als Landschaftsraum – zur Geologie, Flora und Fauna“ und im unter dem Haus gelegenen Höhler „Das Einmaleins der Minerale – Entstehung, Aufbau und Nutzen“. Der zum Museum für Naturkunde gehörende „Botanische Garten“ ergänzt das Ausstellungsprogramm des Hauses mit Veranstaltungen für Groß und Klein. „Grüne Schule“, Kakteenausstellung, Liebhaberpflanzenbörsen, Erntefest und die regelmäßigen Themenführungen durch den Garten sind einige Beispiele, die auch 2016 für die Gäste vorbereitet werden.

Auch das Ausstellungsprogramm im Museum für Angewandte Kunst Gera ist, wie das der anderen Häuser, sehr interessant. Die Möglichkeit, die sehenswerte Retrospektive des Videokünstlers Robert Seidel in der Ausstellung „LUX AETERNA. Digital Organic Abstraction“ zu besichtigen, haben die Besucher noch bis zum 28. Februar. Das Projekt ist in Zusammenarbeit mit dem Kunstverein Gera e.V. entstanden, der an zwei Standorten, in den Räumen des Kunstvereins am Geraer Markt und im Museum für Angewandte Kunst, Greizer Straße 37, präsentiert wird. Vom 18. März bis 12. Juni ist die Ausstellung „Arbeit! Ostdeutsche Arbeitswelt im Wandel – 1945 – 2015“ zusehen. „ Die Ausstellung zeigt das „System Arbeit“ in Ostdeutschland seit 1945 in der Sowjetischen Besatzungszone, in der DDR und im wiedervereinigten Deutschland. Sie rekonstruiert die Sonderbedeutung der Arbeitswelt in einem „Arbeiter-und-Bauern-Staat“ und stellt die Arbeits- und Lebensbedingungen vor. Zugleich werden die enormen Leistungen wie auch die Folgen des radikalen Umbruchs der Wirtschaft nach der Friedlichen Revolution und der deutschen Wiedervereinigung bis heute thematisiert. Dabei stehen vor allem drei große Unternehmen der DDR im Focus der Ausstellung – die SDAG Wismut, die Leuna-Werke und der VEB Carl Zeiss Jena. In Kooperation mit den Unternehmensarchiven dieser Betriebe werden Gemeinsamkeiten wie Unterschiede in der DDR-Geschichte wie auch im Prozess der Transformation nach 1998/90 verdeutlicht“ (Auszug aus dem Begleitflyer der Ausstellung). Die Präsentation ist ein Kooperationsprojekt zwischen dem Dresdener Institut für Kulturstudien e.V. (DIK) und der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG).

Anlässlich des 60. Geburtstages des Geraer Künstlers Frank Rüdiger wird am 14. Juli im Museum für Angewandte Kunst die Ausstellung unter dem Arbeitstitel „Frank Rüdiger. Fotografische Impressionen – Fotografie, Fotografik, Fotocollagen“ eröffnet. Sie kann bis 3. Oktober besucht werden. Vom 26. Oktober 2016 bis 22. Januar 2017 ist eine Schau unter der Thematik „Wartburg, Simson oder Barkas – Legenden der ostdeutschen Produktkultur. Lutz Rudolph (1936 – 2011) in Memoriam zum 80. Geburtstag des Künstlers zu sehen. Auch die Dauerausstellungen im Museum für Angewandte Kunst „Art deco und Funktionalismus – Angewandte Kunst zwischen den Weltkriegen“; „Keramik des 20. Jahrhunderts – Schenkung Ingrid und Werner Welle“ wird weiterhin ihre Liebhaber finden.

Die Kunstsammlung Gera - Orangerie wird bis auf weiteres aufgrund der Sanierungsarbeiten der Hochwasserschäden und zusätzlicher Baumaßnahmen zur Ertüchtigung der Ausstellungsräume geschlossen. Je nach Verlauf der Sanierungsarbeiten ist die Wiedereröffnung am 2. Dezember 2016 anlässlich des 125. Geburtstages von Otto Dix geplant.

Vom 3. Dezember 2016 bis 12. März 2017 steht dort die Ausstellung „Otto Dix: Zeichenkunst mit Silberstift. Zum 125. Geburtstag des Künstlers“, Porträt-, Akt- und Landschaftszeichnungen, im Mittelpunkt. Mit der Ausstellung würdigt die Stadt Gera das bedeutende Schaffen des großen Künstlersohnes. Im Mittelpunkt der Ausstellung steht ein Werkkapitel des Künstlers, das bislang kaum dargestellt wurde - die altmeisterliche Zeichenkunst der Silberstiftzeichnungen von Dix mit Porträt-, Akt- und Landschaftsdarstellungen, die zwischen 1930 und 1939 entstanden sind. Im Jahre 1927 erhielt Dix eine Professur für Malerei an der Dresdner Kunstakademie und tauschte das Leben der freien Künstlerexistenz mit dem akademischen Lehrbetrieb. Bereits vor Mitte der 1920er Jahre hatte sich Dix der Technik der altmeisterlichen Lasurmalerei zugewendet, die er für seine bedeutendsten Gemälde (Porträt-, Akt- und Gesellschaftsdarstellungen) des kritischen Realismus und der Neuen Sachlichkeit nutzte. Gegen Ende der 1920er Jahre ist im künstlerischen Schaffen von Dix eine Werkwende zur Altmeisterlichkeit zu bemerken, die nicht nur in seinen malerischen Werken, sondern ebenso stark im zeichnerischen Oeuvre deutlich wird. Die formale Hinwendung zur Altmeisterlichkeit lässt sich in allen Zeichentechniken (Bleistift, Kreide und Rötel) erkennen und erfährt Anfang der 1930er Jahre eine besondere Steigerung durch die verstärkte Konzentration von Dix auf die äußerst komplizierte und seltene Technik der Silberstiftzeichnung, die in kunstgeschichtlicher Betrachtung als Rückgriff auf die Zeichentechnik der altdeutschen Meister der Frührenaissance (Dürer, Cranach, Altdorfer) angesehen werden kann. „Bei der Silberstiftzeichnung wird die Darstellung durch einen Metallstift mit angeschmolzener Spitze aus Silber auf einen besonders präparierten Zeichengrund aufgetragen. Dix benutzte dafür wie die altdeutschen Meister einen weißen, dünnflüssigen Kreide-Leim-Brei.

Im 15. Jahrhundert avancierte die virtuose Zeichentechnik für Kenner zum begehrten Sammlungsobjekt und erreichte ihre größte Blütezeit. Im Dix-Oeuvre zeugt das hochspezifische Medium von einer werkimmanenten Entwicklung hin zu Objektivierung und Altmeisterlichkeit. Ebenso aber machte es der Künstler in den Jahren äußerer Repressionen und existentieller Verunsicherungen zu seinem Fluchtpunkt, einem Weg der Verinnerlichung der Form, deren gesteigerte, kunsthistorisch sanktionierte Erlesenheit Dix bewußt gegen die Unbill der Zeit setzte. Er unterwarf sich den Zwängen des aufwendigen und konzentrierten Zeichenvorgangs, der Korrekturen nicht und nur eine gleichmäßig starke Lineatur zuläßt, die erst durch Verdoppelungen, Schraffuren und Kreuzlagen Plastizität gewinnen kann. Bildnis und Landschaft sind die bevorzugten Sujets in der neuen Zeichentechnik, der Dix den Eigenwert eines gemalten Bildes zubilligte.“ (vgl. Lorenz, Werkverzeichnis der Dix-Zeichnungen, Bd. III)

Mit der Machtübernahme der Nationalsozialisten verändert sich die Lebenssituation für Dix grundlegend. Anfang April 1933 wird er seiner Professur an der Dresdner Kunstakademie enthoben. Otto Dix zog sich 1936 nach den Anfeindungen der nationalsozialistischen Kulturpolitik aus Dresden in die „Innere Emigration“ an den Bodensee zurück. Während der Zeit seiner Inneren Emigration entwickelte sich der Künstler zum herausragenden Zeichner des 20. Jahrhunderts in der altmeisterlichen Technik der Silberstiftzeichnung. Die Ausstellung vereint zirka. 80 hochkarätige Silberstiftzeichnungen des Künstlers, die aus der eigenen Sammlung oder als Leihgaben aus deutschen Museen, öffentlichen Sammlungen und aus Privatbesitz des gesamten Bundesgebietes, sowie aus der Otto-Dix-Stiftung Vaduz nach Gera kommen.

Vom 18. Dezember 2016 bis 12. März 2017 ist im Mittelpavillon der Geraer Orangerie „Volker Regel. Kontinuität, Krise und Kontingenz, Papierarbeiten 1989-92“ zu sehen.

Das zur Kunstsammlung Gera gehörende Otto-Dix-Haus schließt aufgrund der aufwendigen Sanierung der Hochwasserschäden ab Januar 2016. Die Wiedereröffnung ist im Herbst 2016 geplant. Die Interimsausstellung „Otto Dix“ wird ab 15. Januar 2016 im Geraer Stadtmuseum mit einer Auswahl von Dix-Werken aus dem Geraer Sammlungsbestand gezeigt.

Bedeutende Arbeiten des in Gera geborenen Künstlers Otto Dix werden im Jahr 2016 im Rahmen des internationalen Leihverkehrs nach Mexiko (Mexiko-City und Monterrey) sowie nach Frankreich (Colmar) verliehen. Im Otto-Dix-Haus werden den Besuchern anlässlich der Wiedereröffnung Skizzen, Zeichnung, Pastelle und Gemälde unter dem Titel „Otto Dix. Der heimatliche Blick“ präsentiert. Die Schau konzentriert sich hierbei vorrangig auf Arbeiten mit Motiven seiner heimatlichen Umgebung.
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