Unternehmer bezahlt Haltestelle in Töppeln
Peter Carqueville hat 56 000 Euro in die gestern in Betrieb genommene Bushaltestelle "Töppeln Sanitätshaus" investiert.
Töppeln. Im Bauvorhaben der Haltestelle "Töppeln Sanitätshaus" trafen sich der Wunsch des geschäftsführenden Gesellschafters des Sanitätshauses Peter Carqueville, für die Patienten eine Haltestelle vor der Tür zu haben, mit der Anregung aus dem Fahrgastbeirat.
"Das ist außergewöhnlich", nannte Erich Engel, Abteilungsleiter Betrieb des Geraer Verkehrsbetriebes (GVB), den Einsatz des Unternehmers. Vorigen Sommer fanden erste Gespräche mit dem GVB statt, der über die Linie 20 einige Ortsteile der Gemeinde Kraftsdorf erschließt. Laut Nahverkehrsplan gilt Töppeln mit Haltestellen als erschlossen. Aber gegen die Idee der Zusatzhaltestelle wandte der GVB nichts ein außer dem Hinweis, dass man sie nicht bezahlen könne.
Die Planung übernahm Architektin Kerstin Hüttner von der Gesellschaft für Stadt- und Landentwicklung Gera. In deren Auftrag kümmerte sich Frank Schimmel um Ausschreibungen und Bauüberwachung. Dank der Unterstützung des Straßenbauamtes Ostthüringen wurde die Landesstraße 1070 auf einer Länge von 30 Metern abgefräst und neue Decken mit etwas Gefälle für die Entwässerung aufgetragen. "Sonst wären die Fahrgäste mit dem Regenwasser aus den Pfützen vollgespritzt worden", macht Frau Hüttner anschaulich. Straßendecke und Haltestellenbereiche baute die Strabag. Im Mai waren die Arbeiten vollendet aber die Vollsperrung wegen Kanalbaus akut.
Die Unterstände im italienischen Design stellen mit ihren blauen Rahmen Bezug zur Firma Carqueville her. Sie sind so geräumig, dass auch Fahrgäste im Rollstuhl Schutz finden. Die Beleuchtung wird aus Solarstrom gespeist. "Wenn ich unser Haltestellennetz überblicke, ist es die einzige mit dieser Technik". so Engel.
Für die "Gemeinschaftsarbeit" dankte gestern Peter Carqueville allen Beteiligten. "Ich konnte die Bedürfnisse der Fahrgäste aus Töppeln und Mühlsdorf verbessern und unternehmerische Vorstellungen umsetzen", sagte der 55-Jährige. Er rechnet mit 20 Patienten täglich, die so bequemer Schuhorthopädie und große Orthopädie aufsuchen können.
Seine Mitarbeiterin Gerda Rindt war gestern 6.30 Uhr die erste, die direkt vorm Firmengebäude ausstieg. Roswitha Vollstädt aus Töppeln ist froh, nicht mehr den weiten Weg nehmen zu müssen. Im 20-Minuten-Takt bis 20 Uhr halten hier die Busse.
Auch die Haltestelle an der Geraer Martinshöhe ist privat finanziert.
21.07.10 / OTZ

