Botanischer Garten statt Hofwiesenpark

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Botanischer Garten statt Hofwiesenpark

Beitragvon Silli » 19.11.2007, 20:50

Botanischer Garten statt Hofwiesenpark

Schleppende Vermarktung der Buga-Areale
Von Katrin Wiesner Gera. Die Ankündigungen waren blumig gewesen: Die grünen Hinterlassenschaften der Bundesgartenschau sollten auch künftig touristischer Anziehungspunkt bleiben. Die Buga wird eine Dachmarke im Tourismuskonzept Thüringens, so hatte sich das Ministerpräsident Dieter Althaus noch zum Ende der Gartenschau vorstellen können. Doch statt mit der Vermarktung zu beginnen, scheinen Tourismusvereine und Kommunen mit Ende des Blumenmarathons in ein tiefes Loch gefallen zu sein.

Leisten kann man sich solche Verschnaufpausen eigentlich nicht. Der RDA-Workshop in Köln, die Einkaufsmesse für die internationale Bustouristik schlechthin, führte die Branche schon im August zusammen. Aber da stand nicht einmal fest, ab wann die Buga-Gelände der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung stehen würden. Zwar will der Geraer Tourismus e.V. in Köln schon für den Hofwiesenpark Gera und die Neue Landschaft Ronneburg geworben haben. "Angenommen wurde das aber noch nicht", gesteht Geschäftsführerin Karin Oberreuther auf Nachfrage ein.

Auch wer jetzt im Internet seinen Urlaubsplan zusammenstellt, wird kaum auf die Anlagen aufmerksam werden. Auf der bekanntesten Werbeseite für den Freistaat www.tourismus-thueringen.de ist das Thema Bundesgartenschau nur noch in den Archiven zu finden. Wer sich zu "Attraktionen und Sehenswürdigkeiten" vorarbeitet und gezielt nach Parks und Gärten fahndet, dem werden in Gera der Botanische Garten und der Tierpark angezeigt. Für Ronneburg vermeldet der Rechner gar keinen Treffer. Von der zuständigen Tourismus Thüringen GmbH ist zu erfahren, dass diese Angebote die Städte selbst einpflegen müssen.

Und noch ein Versuch: Falls sich jemand gezielt für Ronneburg interessiert und auf der Stadt-Homepage unter "Tourismus" schaut, der wird nicht einmal das Stichwort Neue Landschaft finden. In Gera ist wenigstens etwas guter Wille zu erkennen, auf der Seite des Tourismusvereins wird für 2008 eine Führung durch Parks, Villen und Villengärten angeboten, in der unter anderem von den "Parks der Buga 2007" die Rede ist. Und auch eine zweistündige Erlebnisfahrt "Von der Bergbauregion zur blühenden Landschaft" steht im Prospekt, obwohl eine Mitarbeiterin einfügt, "wie genau das laufen soll, wissen wir noch nicht". Dass in Ronneburg auch ein Mittelalterpark entstehen könnte, erfuhr man aus der Zeitung.

Erwartungsgemäß sind konkrete Veranstaltungstermine Fehlanzeige. Derzeit sammeln die Kulturdirektion und der Eigenbetrieb Zentrale Grundstücks- und Gebäudewirtschaft Nachfragen und Angebote von Agenturen, Sport- und Kulturvereinen, die den Hofwiesenpark oder den Küchengarten nutzen wollen. "In drei, vier Wochen wissen wir mehr", sagt Geras Marketingchefin Gisela Pflume.

Im nahen Zeitz, wo eine Landesgartenschau einen Schlosspark hinterließ, ist man da schon weiter. Dort hat man 2008 als "wichtiges Jahr" ausgemacht, weil das Jahresthema der Deutschen Zentrale für Tourismus "Schlösser, Parks und Gärten" heißt. Eine Chance, die man nicht ungenutzt lassen wolle. Kommentar

14.11.2007 OTZ
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